Aktuelles aus der Rinderhaltung
Shamonda Virus bei Rindern: Deutschland Update 2026
Ein bislang in Mitteleuropa kaum bekanntes Virus ist im Sommer 2026 zu einem wichtigen Thema für Rinder und Milchviehbetriebe geworden. Das Shamonda Virus, kurz SHAV, gehört zur Simbu Serogruppe innerhalb der Orthobunyaviren. *1 *3
Stand der Recherche: 27. August 2026
Das Friedrich Loeffler Institut, FLI, berichtete am 3. August 2026 erstmals über entsprechende Nachweise bei Rindern in Süddeutschland. In den ersten Meldungen wurde der Erreger als „Shamonda like Virus“ bezeichnet. *1
Weitere genetische Untersuchungen zeigten eine sehr enge Verwandtschaft mit dem bereits bekannten Shamonda Virus. Das in Europa nachgewiesene Virus wird inzwischen vom FLI als Shamonda Virus /DE/2026 bezeichnet. *2
Die europäische Variante weist einige genetische Unterschiede zu bisher bekannten SHAV Varianten aus Afrika und Asien auf. Wann und auf welchem Weg das Virus tatsächlich nach Europa gelangte, ist weiterhin ungeklärt. *2
Für Milchviehbetriebe stellen sich damit wichtige Fragen: Was ist dieses Virus genau? Wie gelangt es in einen Bestand? Welche Auffälligkeiten wurden bisher beobachtet? Was können Betriebe aktuell tun und welche Fragen sind wissenschaftlich noch offen?
Orthobunyavirus bezeichnet nicht einen einzelnen Erreger, sondern eine Virusgattung innerhalb der Familie Peribunyaviridae. Für die aktuelle Situation in Europa ist deshalb die Bezeichnung Shamonda Virus, SHAV, wesentlich präziser. *9
Direkt zum Thema
Aktueller Kenntnisstand
Shamonda Virus auf einen Blick
Wissenschaftliche Einordnung
Orthobunyavirus ist nicht ein einzelnes Virus
Der Begriff Orthobunyavirus bezeichnet eine Virusgattung innerhalb der Familie Peribunyaviridae. Zu dieser Familie gehören verschiedene Virusgattungen und zahlreiche Viren mit unterschiedlichen Wirten und geografischen Verbreitungsgebieten. *9
Peribunyaviren sind behüllt und besitzen drei getrennte RNA Segmente. Diese werden als S, M und L Segment bezeichnet. *9
Diese Aufteilung ist wissenschaftlich relevant, weil sich solche Viren durch Mutationen verändern können und bei bestimmten verwandten Viren auch ein Austausch von Genomsegmenten möglich ist. Dieser Vorgang wird als Reassortment bezeichnet. *9
Für das aktuell in Europa zirkulierende Shamonda Virus wird wissenschaftlich weiter untersucht, welche genetischen Besonderheiten die europäische Variante aufweist. Daraus sollte nicht abgeleitet werden, dass bereits abschließend bewiesen wäre, dass SHAV /DE/2026 durch ein bestimmtes Reassortment entstanden ist. *2 *8
Das Shamonda Virus gehört zur Simbu Serogruppe. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem auch das Schmallenberg Virus und das Akabane Virus. *4
Die Aussage, ein Rind habe einfach „das Orthobunyavirus“, wäre wissenschaftlich zu ungenau. Für das aktuelle Geschehen ist Shamonda Virus, SHAV, die präzisere Bezeichnung.
Deutschland 2026
Aktuelle Situation in Deutschland
Die Lage entwickelt sich derzeit schnell weiter.
Mit Stand vom 27. August 2026 liegen bestätigte Nachweise bei Rindern unter anderem aus Baden Württemberg, Rheinland Pfalz, Hessen, Bayern und Nordrhein Westfalen vor. *2 *4 *5 *6
Das FLI bestätigte am 17. August 2026 Infektionen bei Rindern in Rheinland Pfalz und Hessen. Das Institut ging bereits zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass mit weiteren Fällen und einer weiteren geografischen Ausbreitung zu rechnen ist. *2
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit meldete anschließend ebenfalls positive Untersuchungen bei Rindern in Bayern und richtete ein Monitoring ein. *5
Am 26. August 2026 bestätigte der Kreis Höxter erstmals einen amtlichen SHAV Nachweis in einem Rinderbetrieb im Kreisgebiet. Damit war das Virus auch in Nordrhein Westfalen nachgewiesen. *6
Die Zahl 213 bedeutet nicht, dass eine repräsentative Stichprobe aller Rinderbetriebe untersucht wurde und daraus eine allgemeine Häufigkeit abgeleitet werden könnte. Sie beschreibt die bis zu diesem Stichtag positiv getesteten Betriebe innerhalb der durchgeführten Diagnostik und Überwachung. *4
Herkunft
Woher stammt das Shamonda Virus?
Hier müssen zwei unterschiedliche Fragen klar voneinander getrennt werden.
Wo wurde SHAV erstmals nachgewiesen?
Shamonda Virus wurde in den 1960er Jahren bei Rindern und Culicoides Gnitzen in Nigeria isoliert. *10
Woher stammt die europäische Variante?
Der genaue Zeitpunkt und der Weg der Einschleppung nach Europa sind bislang nicht geklärt. *2
Das Shamonda Virus wurde später auch in anderen Regionen nachgewiesen. Im Jahr 2002 wurden beispielsweise SHAV Isolate aus Culicoides Gnitzen und Blutproben von Rindern in Südjapan gewonnen. *10
Neu ist das aktuelle Auftreten in diesem Umfang in Mitteleuropa. Im Sommer 2026 wurde das Virus beziehungsweise eine sehr eng verwandte europäische Variante in mehreren europäischen Ländern nachgewiesen. *2 *7 *8
Wichtig: Die Aussage „Das Virus, das 2026 in Europa auftritt, stammt aus Nigeria“ ist derzeit nicht belegt. Belegt ist lediglich der historische Erstnachweis von SHAV in Nigeria.
Übertragung
Wie verbreitet sich das Shamonda Virus?
Nach aktuellem Kenntnisstand erfolgt die Übertragung überwiegend durch Culicoides Gnitzen. Dabei handelt es sich um sehr kleine blutsaugende Insekten. *1 *4
Das STUA Aulendorf beschreibt Culicoides Gnitzen mit einer Größe von ungefähr 1 bis 3 Millimetern. Die Viren können sich innerhalb der Gnitzen vermehren. *4
Vereinfachte Darstellung des vektorbasierten Übertragungsweges. *4
Wird das Virus direkt von Rind zu Rind übertragen?
Eine relevante direkte Übertragung von Tier zu Tier ist bislang nicht belegt. *4
Das bloße Separieren eines einzelnen Tieres unterbricht den wichtigsten vektorbasierten Übertragungsweg nicht, wenn weiterhin infizierte Gnitzen im Umfeld des Bestandes aktiv sind.
Das Separieren eines klinisch auffälligen Tieres kann trotzdem zur Beobachtung und Betreuung sinnvoll sein. Wie im konkreten Bestand vorgegangen werden sollte, sollte gemeinsam mit dem Hoftierarzt entschieden werden.
Gnitzensaison
Warum Sommer und Frühherbst besonders wichtig sind
Die Aktivität von Culicoides Gnitzen ist stark saisonabhängig.
Nach Angaben des STUA Aulendorf beginnt die Gnitzensaison in Deutschland abhängig von der Witterung ungefähr im April oder Mai und kann bis etwa Ende November dauern. *4
Mit steigenden Außentemperaturen und ausreichender Luftfeuchtigkeit können sowohl die Aktivität der Gnitzen als auch die Virusvermehrung innerhalb des Vektors zunehmen. *4
Diese Faktoren können mit dazu beitragen, dass sich ein durch Gnitzen übertragenes Virus während günstiger Sommerbedingungen vergleichsweise schnell geografisch ausbreitet.
Beobachtete Auffälligkeiten
Welche Anzeichen wurden bei Milchkühen beobachtet?
Bei bisherigen Fällen in Deutschland und weiteren europäischen Ländern wurden bei erwachsenen Rindern ähnliche Auffälligkeiten beschrieben. *4 *5 *8
Besonders für Milchviehbetriebe kann ein deutlicher Rückgang der Milchleistung wirtschaftlich relevant sein.
Das STUA Aulendorf berichtet, dass sich betroffene erwachsene Tiere häufig relativ schnell innerhalb weniger Tage bis Wochen wieder erholen. *4
Der Verlauf kann dennoch zwischen einzelnen Tieren und Betrieben unterschiedlich sein.
Zusätzliche Belastungen wie Hitzestress können die beobachteten Auffälligkeiten verstärken. *4
Fieber, Durchfall, geringere Futteraufnahme, Mattigkeit oder sinkende Milchleistung können zahlreiche unterschiedliche Ursachen haben. Eine sichere Einschätzung sollte deshalb nicht allein anhand sichtbarer Anzeichen erfolgen.
Wissenschaftlich besonders relevant
Trächtigkeit, Aborte und neugeborene Kälber besonders beobachten
Dieser Bereich gehört derzeit zu den wichtigsten offenen Fragestellungen.
Von verschiedenen Viren der Simbu Serogruppe ist bekannt, dass eine Übertragung auf ungeborene Tiere während bestimmter Phasen der Trächtigkeit möglich ist. *3 *4
Historische Erkenntnisse zum Shamonda Virus
Eine wissenschaftliche Untersuchung aus Japan beschrieb 15 fehlgebildete Kälber nach einer intrauterinen Exposition gegenüber Shamonda Virus. Zu den charakteristischen Veränderungen gehörten unter anderem Arthrogrypose und Veränderungen des zentralen Nervensystems. *11
Was sagt das FLI zur europäischen Variante?
Das FLI weist darauf hin, dass derzeit noch nicht abschließend eingeschätzt werden kann, ob und in welchem Umfang Infektionen tragender Tiere durch SHAV /DE/2026 zu Schädigungen der Feten führen können. *3
Aborte, Totgeburten sowie missgebildete Kälber oder Lämmer aus möglicherweise betroffenen Beständen sollten deshalb besonders aufmerksam untersucht werden. *3
- Aborte
- Totgeburten
- auffällig entwickelte Kälber
- ungewöhnliche Fehlbildungen
Neue Erkenntnisse aus der Schweiz
Das Schweizer Institut für Virologie und Immunologie, IVI, hat das Shamonda Virus mittlerweile auch in Proben von mehreren abortierten Rinderföten aus unterschiedlichen Beständen nachgewiesen. *7
Das IVI bewertet diese Fälle als Bestätigung dafür, dass das Virus transplazentar auf Rinderföten übertragen werden kann. Gleichzeitig werden weitere mögliche Abortursachen und Zusammenhänge untersucht. *7
Forschung aus Frankreich
Eine am 20. August 2026 veröffentlichte Untersuchung französischer Forschender berichtete über den Nachweis eines Shamonda ähnlichen Orthobunyavirus bei Milchkühen. Untersucht wurden unter anderem Plasma, Kot und Material im Zusammenhang mit Aborten. *8
Die Ergebnisse unterstützen die Notwendigkeit, mögliche Auswirkungen auf die Reproduktion weiter systematisch zu untersuchen. *8
Für den Betriebsalltag
Was können Milchviehbetriebe aktuell tun?
Es gibt derzeit keine einzelne Maßnahme, die einen vollständigen Schutz vor einer SHAV Infektion garantieren kann.
Der Schwerpunkt liegt deshalb auf einer aufmerksamen Beobachtung des Bestandes, einer frühen tierärztlichen Abklärung und einer möglichst guten Verringerung der Gnitzenexposition. *3 *4
Herde aufmerksam beobachten
Achte insbesondere auf ungewöhnliche Veränderungen bei:
- Körpertemperatur
- Futteraufnahme
- Aktivität
- Kotkonsistenz
- Milchleistung
Es kann hilfreich sein, Beginn, Dauer und betroffene Tiergruppen zu dokumentieren. Diese Informationen können dem Tierarzt bei der weiteren Einschätzung helfen.
Frühzeitig den Hoftierarzt kontaktieren
Bei Viren der Simbu Serogruppe ist die Virämie häufig nur kurz. Das STUA Aulendorf weist darauf hin, dass Proben für den Erregernachweis möglichst während der akuten Phase entnommen werden sollten. *4
Als Probenmaterial nennt das STUA unter anderem Serum oder EDTA Blut. *4
Welche Proben im konkreten Fall sinnvoll sind, sollte immer mit dem Hoftierarzt beziehungsweise dem zuständigen Labor abgestimmt werden.
Geeignete Lebensräume für Gnitzen reduzieren
Die offiziellen Hinweise aus Baden Württemberg nennen verschiedene praktische Ansatzpunkte zur Verringerung der Gnitzenbelastung. *4
Solche Maßnahmen können Teil eines allgemeinen Vektormanagements sein. Sie stellen keinen garantierten Schutz vor einer Infektion dar.
Luftbewegung und Stallöffnungen beachten
Das STUA Aulendorf nennt unter anderem gewartete Ventilatoren sowie engmaschige Fliegennetze als mögliche Elemente zur Verringerung der Gnitzenbelastung im Stall. *4
Ob solche Lösungen im jeweiligen Stall sinnvoll und praktisch umsetzbar sind, hängt von der Betriebsstruktur ab.
Weide und Tränkebereiche kontrollieren
Für Außenbereiche nennt das STUA Aulendorf unter anderem folgende Ansatzpunkte: *4
- Feuchtgebiete und Moorflächen möglichst meiden
- sumpfige Stellen soweit möglich trockenlegen
- Tränkebereiche befestigen
- Wannen und offene Tröge regelmäßig reinigen
- geeignete Unterstände oder Schutzhütten bereitstellen
Nur geeignete und zugelassene Repellentien verwenden
Offizielle Veterinärinformationen nennen Repellentien als möglichen Bestandteil des individuellen Schutzes vor Gnitzen. *4 *6
Für den jeweiligen Einsatz sollten ausschließlich entsprechend zugelassene Produkte verwendet und die jeweiligen Produktinformationen eingehalten werden.
Auch eine Verringerung des Gnitzenkontaktes darf nicht als garantierter Schutz vor einer SHAV Infektion verstanden werden.
Klinisch auffällige Tiere nicht unnötig transportieren
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit weist darauf hin, dass kranke Tiere nach tierseuchenrechtlichen Vorschriften grundsätzlich nicht verbracht werden dürfen. Für besondere Situationen können Ausnahmen gelten. *5
Im konkreten Fall sollte deshalb Rücksprache mit dem Hoftierarzt beziehungsweise dem zuständigen Veterinäramt gehalten werden.
Reproduktionsauffälligkeiten untersuchen lassen
Insbesondere folgende Ereignisse sollten nach möglicher Virusaktivität im Bestand aufmerksam dokumentiert und tierärztlich abgeklärt werden:
- Aborte
- Totgeburten
- ungewöhnliche Fehlbildungen
- auffällige neugeborene Kälber
Das FLI empfiehlt ausdrücklich, entsprechende Fälle aus möglicherweise betroffenen Beständen aufmerksam zu untersuchen. *3
Das STUA Aulendorf diskutiert außerdem auf Grundlage der Erfahrungen mit verwandten Simbu Viren, ob besonders empfindliche Phasen der Trächtigkeit möglichst außerhalb der aktiven Gnitzenzeit liegen könnten. *4
Das ist jedoch keine pauschale Empfehlung für jeden Betrieb. Fragen zur Besamungsplanung sollten individuell mit Tierarzt und gegebenenfalls Zuchtberatung besprochen werden.
Bei auffälligen Tieren
Gibt es eine gezielte Lösung für bereits betroffene Tiere?
Die aktuell veröffentlichten behördlichen Informationen nennen keine SHAV spezifische antivirale Maßnahme.
Welche Versorgung bei einem klinisch auffälligen Tier erforderlich ist, sollte der Hoftierarzt im Einzelfall beurteilen.
Gleichzeitig müssen andere mögliche Ursachen für Fieber, Durchfall, geringere Futteraufnahme oder sinkende Milchleistung berücksichtigt werden.
Sprays, Desinfektionsmittel, Ergänzungsprodukte oder andere Mittel sollten nicht mit der Aussage beworben werden, sie könnten das Shamonda Virus im Tier beseitigen, wenn hierfür keine entsprechende wissenschaftliche und rechtliche Grundlage vorliegt.
Aktueller Stand
Gibt es einen Impfstoff gegen das Shamonda Virus?
Aktuell steht kein spezifischer Impfstoff gegen das derzeit in Europa zirkulierende Shamonda Virus zur Verfügung. *4 *6
Nach Einschätzung des FLI ist eine Impfstoffentwicklung grundsätzlich technisch denkbar. Für eine weitere Bewertung müssen jedoch zunächst mehr Informationen zur klinischen und wirtschaftlichen Bedeutung des Virus gesammelt werden. *3
Zu den für die zukünftige Bewertung wichtigen Fragen gehören:
- Wie weit verbreitet sich das Virus?
- Welche Auswirkungen entstehen auf die Milchleistung?
- Wie häufig treten Auswirkungen während der Trächtigkeit auf?
- Wie häufig treten angeborene Veränderungen auf?
- Wie lange hält eine Immunität nach einer Infektion an?
- Tritt das Virus in zukünftigen Jahren erneut auf?
Die weitere Saison 2026 und die kommenden Monate werden deshalb für die wissenschaftliche Bewertung besonders wichtig sein.
Deutschland
Was unternehmen die deutschen Behörden?
Die aktuelle Arbeit konzentriert sich insbesondere auf Diagnostik, Überwachung, wissenschaftliche Untersuchung und die Beobachtung der weiteren Ausbreitung. *2 *4 *5
Das FLI hat den Veterinärlaboren der Bundesländer Testprotokolle zur Verfügung gestellt. Dadurch können Verdachtsfälle zunächst in den zuständigen Landeslaboren untersucht werden. *2
Baden Württemberg dokumentiert die regionalen SHAV Nachweise über seine veterinärmedizinischen Untersuchungseinrichtungen. *4
Bayern hat ein eigenes Monitoring eingerichtet. Praktizierende Tierärzte können bei klinischem Verdacht geeignete Proben zur Untersuchung an das LGL einsenden. *5
Welche behördlichen Folgen ein Nachweis hat, sollte immer anhand der aktuellen Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes beziehungsweise Veterinäramtes geprüft werden.
Der Kreis Höxter teilte am 26. August 2026 beispielsweise mit, dass sich aus einem SHAV Nachweis dort derzeit keine besonderen behördlichen Maßnahmen ergeben. *6
Einordnung
Besteht ein relevantes Erkrankungsrisiko für Menschen?
Nach Einschätzung des Friedrich Loeffler Instituts gelten Viren der Simbu Serogruppe in der Regel nicht als Zoonoseerreger. *3
Nach aktuellem Kenntnisstand ist kein relevantes Erkrankungsrisiko für Menschen bekannt. *3
Da das Virus in dieser Form neu in Europa auftritt und die Datenlage weiter wächst, ist diese vorsichtige Formulierung besser als die absolute Aussage, Menschen könnten sich grundsätzlich nicht infizieren.
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Kann ein ALLREDO Produkt hier eine Rolle spielen?
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- eine SHAV Infektion verhindern
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Für die Verringerung der Gnitzenexposition sind vielmehr Produkte und Maßnahmen relevant, die ausdrücklich für den jeweiligen Zweck vorgesehen beziehungsweise zugelassen sind. *4
Wir möchten dir fundierte Informationen aus nachvollziehbaren wissenschaftlichen und behördlichen Quellen zur Verfügung stellen und die normale Klauenpflege klar von Aussagen zum Shamonda Virus trennen.
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Klauenpflege im normalen Betriebsalltag
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ALLREDO B2B Shop entdeckenDie hier genannten Klauenpflegeprodukte werden nicht als Maßnahme gegen das Shamonda Virus beworben.
Forschung
Welche Fragen sind noch offen?
Trotz der schnellen Fortschritte in der Forschung sind zahlreiche Punkte noch nicht abschließend geklärt. *2 *3 *8
Die Saison 2026 ist deshalb nicht nur eine Phase der Ausbreitung. Sie ist gleichzeitig eine wichtige Phase für die Sammlung von Daten, die für zukünftige Entscheidungen in der Tierhaltung und im Herdenmanagement relevant werden können.
Das Wichtigste für deinen Betrieb
Was sollten Milchviehhalter aus der aktuellen Situation mitnehmen?
Das Shamonda Virus sollte aufmerksam verfolgt werden. Einzelne sichtbare Auffälligkeiten erlauben jedoch keine sichere Diagnose.
Bei erwachsenen Rindern wurden bisher häufig vorübergehende Auffälligkeiten beschrieben. Ein besonders wichtiger Forschungsbereich betrifft derzeit mögliche Auswirkungen während der Trächtigkeit. *3 *4 *7
- Herde aufmerksam beobachten
- Auffällige Tiere frühzeitig tierärztlich abklären lassen
- Geeignete Proben bei Bedarf frühzeitig entnehmen lassen
- Gnitzenexposition soweit praktikabel reduzieren
- Aborte und Totgeburten fachlich abklären lassen
- Auffällige neugeborene Kälber dokumentieren
- Aktuelle Informationen des FLI und der Landesbehörden verfolgen
Da sich der Kenntnisstand derzeit schnell entwickelt, ist der Veröffentlichungsstand dieses Beitrags entscheidend: 27. August 2026.
FAQ
Häufige Fragen zum Shamonda Virus bei Rindern
Was ist das Shamonda Virus?
Shamonda Virus, SHAV, gehört zur Simbu Serogruppe innerhalb der Gattung Orthobunyavirus. *3 *9
Wie wird das Shamonda Virus übertragen?
Nach aktuellem Kenntnisstand überwiegend durch Culicoides Gnitzen. *1 *4
Welche Anzeichen wurden bei Rindern beobachtet?
Beobachtet wurden unter anderem Fieber, reduzierte Futteraufnahme, Mattigkeit, teilweise wässriger Durchfall und ein deutlicher Rückgang der Milchleistung. Diese Anzeichen sind nicht spezifisch für SHAV. *4
Gibt es einen Impfstoff?
Aktuell steht kein spezifischer SHAV Impfstoff zur Verfügung. *4
Kann das Shamonda Virus ungeborene Kälber betreffen?
Eine transplazentare Übertragung wurde bei aktuellen europäischen Fällen nachgewiesen. Wie häufig dies vorkommt und welche Auswirkungen insgesamt entstehen, wird weiter untersucht. *7 *8
Besteht ein relevantes Erkrankungsrisiko für Menschen?
Nach aktuellem Kenntnisstand ist kein relevantes Erkrankungsrisiko für Menschen bekannt. *3
Was sollte ich bei Verdacht in meinem Bestand tun?
Auffällige Tiere sollten frühzeitig tierärztlich abgeklärt werden. Für einen möglichen Erregernachweis kann eine Probenahme während der akuten Phase wichtig sein. *4
Nachweise
Wissenschaftliche und behördliche Quellen
Die Nummern *1 bis *12 im Beitrag verweisen direkt auf die jeweils verwendete Quelle.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information.
Er ersetzt weder eine tierärztliche Diagnose noch die individuelle Beratung durch einen Tierarzt oder die zuständige Veterinärbehörde.
Fieber, Durchfall, reduzierte Futteraufnahme, sinkende Milchleistung, Aborte, Totgeburten oder Auffälligkeiten bei neugeborenen Tieren können zahlreiche unterschiedliche Ursachen haben und sollten fachlich abgeklärt werden.
Recherche und Quellenstand: 27. August 2026. Da sich das SHAV Geschehen derzeit dynamisch entwickelt, können sich Fallzahlen, regionale Nachweise, Untersuchungsprogramme und wissenschaftliche Einschätzungen nach diesem Datum ändern. Dieser Beitrag Bilder wurde mit KI erstellt oder bearbeitet.