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Saisonale Klauenpflege bei Rindern
Wann solltest Du Kühe im Jahr schneiden? Praktische Hinweise für Milchviehbetriebe in Europa.

Einleitung
Klauenpflege ist kein einmaliges Ereignis im Jahr. Sie ist ein kontinuierlicher Prozess, der stark von den Jahreszeiten beeinflusst wird. Temperatur, Feuchtigkeit, Stallbedingungen und Fütterung verändern sich im Laufe des Jahres und wirken sich direkt auf das Klauenhorn sowie auf die Belastung der Klauen aus.
Gerade in Europa mit deutlichen saisonalen Wechseln zwischen Winterstall, Weideperioden und Übergangsphasen ist eine angepasste Planung der Klauenpflege entscheidend.
Viele professionelle Klauenpfleger empfehlen deshalb, die Klauenpflege saisonal zu planen, anstatt nur nach festen Kalenderterminen zu arbeiten.
Eine durchdachte Strategie über das gesamte Jahr kann helfen:
- Belastungen früh zu erkennen
- Wachstum der Klauen besser zu kontrollieren
- Lahmheiten vorzubeugen
- Arbeitsabläufe auf dem Betrieb zu verbessern

Frühling
Hohe Feuchtigkeit und erhöhtes Risiko für Mortellaro
Der Frühling ist für viele Milchviehbetriebe eine besonders sensible Phase der Klauenpflege. Schmelzender Schnee, häufige Niederschläge und matschige Laufwege führen dazu, dass die Klauen länger Feuchtigkeit ausgesetzt sind.
Feuchte Bedingungen können das Klauenhorn weicher machen und die Haut im Zwischenklauenbereich stärker belasten. In dieser Zeit treten auf vielen Betrieben häufiger Hautprobleme im Klauenbereich auf, darunter auch Mortellaro.
Eine Klauenpflege im frühen Frühjahr kann helfen:
- Winterbedingte Überwüchse zu korrigieren
- Druckpunkte zu reduzieren
- Tiere auf die kommende Weideperiode vorzubereiten
Auch regelmäßige Kontrollen der Herde sind in dieser Phase wichtig, da Veränderungen der Klauen oft schnell auftreten können.

Sommer
Mehr Belastung durch längeres Stehen
Im Sommer verändert sich die Belastung der Klauen deutlich. Kühe stehen häufig länger, um Kühlung durch Luftbewegung zu erhalten, wegen höherer Temperaturen im Stall oder aufgrund von Fliegen und Insekten.
Längeres Stehen erhöht den Druck auf die Klauen und kann zu stärkerer Abnutzung oder zu ungleichmäßiger Belastung führen.
Gut ausbalancierte Klauen können diese Belastung besser aufnehmen. Deshalb ist es sinnvoll, während der Sommermonate regelmäßig auf folgende Punkte zu achten:
- Überwachsene Klauen
- Risse im Klauenhorn
- Ungleichmäßige Abnutzung
Gerade auf größeren Betrieben oder bei automatischen Melksystemen kann eine regelmäßige Teilklauenpflege über das Jahr verteilt sinnvoll sein.

Herbst
Vorbereitung auf die Stallperiode
Der Herbst ist eine wichtige Übergangsphase. Viele Betriebe wechseln in dieser Zeit von der Weidehaltung zurück in den Stall. Dabei verändern sich Untergründe, Laufwege und Belastungen für die Klauen.
Typische Herausforderungen im Herbst sind:
- Neue oder andere Stallböden
- Höhere Feuchtigkeit im Stall
- Umstellung der Fütterung
Eine Klauenpflege im Herbst kann helfen, die Tiere optimal auf die Wintermonate vorzubereiten. Ziel ist es, dass die Kühe mit gut ausbalancierten Klauen in die Stallperiode starten.
In der Praxis bedeutet das oft:
- Entfernung von Steinen oder Fremdkörpern
- Korrektur von Fehlstellungen
- Kontrolle von Druckstellen

Winter
Weniger Schneiden, aber regelmäßige Kontrolle
Während der Wintermonate wird in vielen Regionen weniger häufig geschnitten, insbesondere wenn niedrige Temperaturen oder Arbeitsbedingungen im Freien das erschweren.
Trotzdem bleibt die Kontrolle der Klauen wichtig.
Besonders bei:
- Trockenstehenden Kühen
- Frisch abgekalbten Tieren
- Auffälligen Lahmheiten
kann eine gezielte Klauenpflege notwendig sein. Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen und die Tiere komfortabel durch den Winter zu bringen.
Klauenpflege über das ganze Jahr planen
Viele Betriebe arbeiten heute mit einem strukturierten Klauenpflegeplan.
Typische Strategien sind zum Beispiel:
- 2 komplette Herdenpflegen pro Jahr
- Zusätzliche Kontrollen in Übergangszeiten
- Regelmäßige Teilpflege bei großen Herden
Bei Betrieben mit automatischen Melksystemen oder großen Tierzahlen kann es sinnvoll sein, laufend kleinere Gruppen zu schneiden, anstatt die gesamte Herde auf einmal.
Eine Planung über das ganze Jahr erleichtert:
- Arbeitsorganisation
- Tierbeobachtung
- Langfristige Klauengesundheit der Herde

Fazit
Die Jahreszeiten haben einen direkten Einfluss auf die Belastung der Klauen bei Milchkühen. Feuchtigkeit im Frühling, Hitze im Sommer, Umstellungen im Herbst und Stallbedingungen im Winter bringen jeweils eigene Herausforderungen mit sich.
Eine saisonal angepasste Klauenpflege hilft dabei, diese Veränderungen frühzeitig zu berücksichtigen und den Arbeitsalltag im Betrieb besser zu planen.
Quellen
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Rindergesundheitsdienst
Zur Quelle
DairyNZ, Lameness
Zur Quelle
University of Wisconsin, Hoof Health & Housing
Zur Quelle
MSD Veterinary Manual, Epidemiology of Lameness in Cattle
Zur Quelle
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Wenn Du Fragen zur Klauenpflege, Werkzeugen oder Materialien für die Klauenbearbeitung hast, kannst Du uns jederzeit kontaktieren.
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